Angstgegner Altona 93...

  • 2 Antworten
  • 3919 Aufrufe
Angstgegner Altona 93...
« am: 01. Februar 2013, 11:36:34 »
Heute im Abendblatt:

http://www.abendblatt.de/sport/fussball/st-pauli/article113289266/Der-FC-St-Pauli-ist-zum-Jahresauftakt-unbesiegbar.html

Zitat
...ein 0:1 vom 9. Januar 1961 gegen Altona 93 steht als letzte Niederlage in der Bilanz. Seitdem starteten die Hamburger in Oberliga, Regionalliga, Zweiter Liga und Bundesliga 35-mal auswärts ins Jahr (zehn Siege, neun Unentschieden, 16 Niederlagen), 16-mal wurde die Restsaison erfolgreich am Millerntor eröffnet. 13 Siege und drei Unentschieden gelangen seit 1961..


Doch nicht nur für den FC St. Pauli ist der AFC damit ein "Angstgegner". Auch der große HSV ist seit 50 Jahren in Punktspielen ohne Sieg gegen Altona 93!


Heute vor 50 Jahren.... Das letzte Punktspiel gegen den HSV - als Altona noch erstklassig war!

Es war die letzte Saison vor Einführung der Bundesliga, die bekanntlich am 24.08.1963 ihren Spielbetrieb aufnahm. Die Oberliga Nord war damals also noch die 1. Liga (zusammen mit den Oberligen der anderen Verbände) - und Altona 93 damit erstklassig (!). Am Sonntag, den 3. Februar 1963 kam es zum letzten Aufeinandertreffen der beiden Hamburger Klubs in einem Punktspiel:

Oberliga Nord 1962/63, 22. Spieltag: Hamburger SV – Altona 93 (1:1) 1:2
Hamburger SV: Schnoor – Krug, Kurbjuhn, Meinke, Werner, D. Seeler, Reuter, Bähre, Wulf, Dörfel, U. Seeler
Altona 93: Banse – Göhrke, Wendlandt, Bol, Ebert, Wellnitz, Lüchau, Kurth, Ulatowski, Framheim, Pape
SR: Karl-Heinz Picker (Hamburg)
Tore: 1:0 Jürgen Werner (12., FE), 1:1 Wolfgang Wellnitz (39.), 1:2 Karl-Heinz Pape (65.)
Zuschauer: 8.000

Für Jochenfritz „Jocki“ Meinke vom HSV war das Spiel gegen Altona das letzte (von ingesamt 307) Oberligaspielen, er ist damit für immer Rekordhalter (keiner machte mehr Oberligaspiele für den HSV). Das Hinspiel hatte übrigens nur rd. 60 Tage vorher vor 7.000 Zuschauern stattgefunden, da hatte der HSV noch mit 3:0 triumphiert. Am Ende der Saison wurde der HSV mit zwei Punkten Vorsprung vor Werder Bremen zum 25x Norddeutscher Meister, Altona 93 stieg leider als Vorletzter ab (durch eine 2:3-Heimniederlage im letzten Saisonspiel gegen Borussia Hildesheim). Doch diesen historischen Sieg kann dem AFC keiner mehr nehmen – seit 50 Jahren ist Altona 93 damit gegen den HSV in Punktspielen ungeschlagen!
« Letzte Änderung: 01. Februar 2013, 11:40:14 von eilbek-andi »
Bei einem Fußballspiel verkompliziert sich alles durch die Anwesenheit der gegnerischen Mannschaft (Jean-Paul Sartre).

Re: Angstgegner Altona 93...
« Antwort #1 am: 01. Februar 2013, 12:23:21 »
Hab mal den Artikel des Hamburger Abendblattes vom 4. Februar 1963 zum Spiel damals rausgesucht:

Das war weniger als ein schlechter HSV

Klug dirigierte Altonaer siegten verdient 2:1
Die Zuschauer lachten höhnisch am Rothenbaum, als es schon vor dem letzten Pfiff des Schiedsrichters für jedermann klar War, daß der Sieger nur Altona 93 heißen konnte. Am Ende der 90 Minuten, nachdem Altonas 2:l-Erfolg feststand, machten die Spieler aus Altona einige Luftsprünge. Die bitteren Wochen, in denen in acht Meisterschaftskämpfen hur ein Punkt gewonnen wurde, gab es mit einem Schlage nicht mehr.
Es ist immer gefährlich, das "Kind mit dem Bade" auszuschütten, mit einem Schlage die dicksten Abstriche an dem zu ziehen, was monatelang gut genug schien. Das ist dennoch unabänderlich: der HSV hat gestern nicht allein ein Spiel verloren, sondern er hat auch schlecht gespielt, um es milde zu formulieren.
Man mag erklären, dieser Schneeboden sei überhaupt ein untaugliches Objekt für den Fußball, geradezu "Gift" für jene Mannschaften, deren Stärke die spielerischen Mittel sind. Dann bleibt immer noch, daß der Fußball schließlich auch auf solchen Plätzen gespielt werden muß, wenn der langanhaltende Winter seit Wochen keine anderen Plätze gestattet.
Wer auf diesem Boden, auf dem tückischen Schnee, der an den Kräften zehrt, bestehen will, hat die notwendigen physischen Mittel mitzubringen. Daran und an der ganzen Einstellung scheint es im Augenblick zahlreichen Spielern der HSV-Mannschaft zu fehlen.
Es gibt nicht die geringsten Einschränkungen beim hochverdienten Sieg für Altonas Elf, die das beste und zugleich klügste Spiel der Saison zeigte, anfängliche Unsicherheiten in der Deckung sofort korrigierte, als Peter Ebert den Stopperposten an Stelle von Heiko Kurth übernahm.
Bewundernswert, wie Altona 93 kämpfte, der schwergewichtige Torsteher Banse reagierte, die Außenläufer Kurth und Bol (nach der Umstellung) die Verbinder des HSV abfingen, Ebert mit Uwe Seeler fertig wurde.
Trainer Krause rechtfertigte später die angekündigte Aufstellung von Kurth als Mittelläufer:
"Ebert sagte mir am vergangenen Sonntag vor dem Spiel gegen Bremerhaven, er sei nachts erst um zwei Uhr eingeschlafen. Würde ich ihm am Wochenanfang mitgeteilt haben, er müsse gegen Uwe Seeler spielen, dann hätte er schon seit Tagen das Spiel gespielt. Er ist sensibel. Ich hatte vor, kurz nach dem Spielbeginn umzustellen. Dann konnte es für Ebert keine Angstgedanken geben. Ich denke, die Rechnung ist aufgegangen".
Doch zum HSV. Wenn mehrere Spieler ihre schlechte Form durch unsauberes Spiel, durch Fouls verdecken müssen, ein anderer sich in selbstgefälligen Redensarten ergeht, dann ist ihr Platz für einige Sonntage in der sogenannten "zweiten Garnitur". Noch mehr: Harry Bähre erwischte einen miserablen Tag (der Rhythmus des Soldaten ist anfangs nichts für den Fußballspieler Bahre); Peter Wulf begriff erst in der letzten Viertelstunde, daß allein lange Pässe einen Sinn bei diesen Bodenverhältnissen haben.
Seit Monaten plagen sich Spieler wie Kröpelin. Piechowiak und Dehn in der "Reserve", seit Wochen ist Rolf Fritzsche wieder da. schießt sogar Dulz seine Tore. Sie alle werden Sonntag für Sonntag getobt (selbst" unter der Berücksichtigung der Gegner).
Es scheint notwendig, diesen Leuten endlich eine Chance zu geben und Dieter Seeler, Kurbjuhn oder Dörfel klarzumachen, daß eine lange Meisterschaft kein Spaziergang ist. eine Mannschaftsaufstellung nie zum Privileg werden darf. Dabei spielt es keine Rolle, ob der Gegner am nächsten Sonntag den Namen Werder Bremen trägt. Weniger als die HSV-Elf. die gegen Altona 93 verlor, kann keine andere Mannschaft zeigen.
Trainer Wilkes berechtigter Zorn über einzelne Spieler entlud sich bereits nach dem Spiel. Und Uwe Seeler meinte: "Zum Schluss kamen endlich einige lange Pässe. Da soll man auch nicht aus der Haut fahren." Horst Schnoor (den nicht die geringste Schuld trifft) wurde selbst nicht froh. als er noch in der Kabine Werders Seitensprung vernahm.
Wie bereits gegen Holstein Kiel, so schoß auch gegen Altona 93 erneut Jürgen Werner einen umstrittenen Elfmeter (Uwe Seeler bei Wendlandt und Bol in der Zange) zum 1:0 ins Tor. Nach 39 Minuten fiel der Ausgleich durch Rechtsaußen Wellnitz. Ein herrliches Tor. Pape sorgte für das 2:1 (65). Zunächst wehrte Schnoor den Direktschuß ab. Der Ball flog Pape erneut vor die Füße, der blitzschnell reagierte. Die sicherste Möglichkeit zum 2:2 ließ später Dieter Seeler aus."

Re: Angstgegner Altona 93...
« Antwort #2 am: 01. Februar 2013, 15:06:57 »
Altona 93 , die Nr. 1 im Norden  8)

.... aber das weiß sowieso jeder echte AFC-Fan  :)
***  ALTONA for ever and ever !!!  ***